SuGis als Wanderausstellung: Ausstellungsorte im Jahr 2021/22

Die Ausstellung wird in den nächsten Monaten in den folgenden niedersächsischen Städten gezeigt:

Wilhelmshaven 3. September – 17. September
Wolfsburg 18. September – Anfang Oktober
 Oktober
Göttingen  11. November – Anfang Dezember
Braunschweig Mitte Januar 2022 – Anfang Februar
Hannover 8. Februar – Ende Februar

Genauer Angaben zu Daten, sowie Veranstaltungsorten folgen. Unter dem Reiter ‘Veranstaltungen’ veröffentlichen wir zudem Informationen zu jeweils geplanten Begleitveranstaltungen. Interessierte Institute, Vereine und Verbände können sich gern an den VNB e.V. wenden, um gemeinsam Veranstaltungen für die jeweiligen Kontexte zu organisieren. Falls Sie Interesse haben, die Ausstellung in ihre Stadt zu holen, können Sie uns ebenfalls gerne kontaktieren. Nach und nach werden zudem vertiefende und weiterführende Materialien auf dieser Projektwebseite bereitgestellt.

Kontakt

Projekleitung: Kristina Schneider
kristina.schneider@vnb.de
Tel: 0551 50764625

VNB Geschäftsstelle Göttingen
Nikolaistraße 1c
37073 Göttingen

Inhalte der Ausstellung ‘Sexualitäten und Geschlechter im Spiegel’

Im Alltag werden Menschen den Geschlechtern Mann oder Frau zugeordnet. Dieses binäre Geschlechtersystem orientiert sich stark an der geschlechtlichen Fortpflanzung und dem damit verbundenen Begehren: Männer „wollen Sex mit Frauen“ und Frauen stehen nur auf Männer. Andere Vorstellungen und Möglichkeiten von Geschlecht und Sexualität wurden und werden oft noch als Abweichung von der binären Norm betrachtet, tabuisiert oder sogar als „unnormal“ abgewertet. Das galt z.B. für Neugeborene, deren Körper weder eindeutig männlich oder weiblich zuzuordnen war. In Deutschland gibt es erst seit Ende 2018 die Möglichkeit für diese inter*geschlechtlichen Kinder, im Geburtenregister „divers“, statt „männlich“ oder „weiblich“ einzutragen. Ein Beispiel zur Sexualität sind gleichgeschlechtliche Paare, die erst seit 2017 heiraten dürfen. Langsam entwickelt sich aber hier auch ein Verständnis von Geschlecht und Sexualität hin zu einer offeneren Sichtweise, das anderswo durchaus historisch bereits existierte und heute z.T. weiterhin existiert: Geschlecht wird als ein Spektrum von Abstufungen zwischen “männlich” und “weiblich” verstanden und Sexualität unabhängig von der Fortpflanzung gesehen, weil Menschen nicht nur Sex suchen, um Kinder zu zeugen.

Anderswo auf der Welt gab und gibt es Vorstellungen von Sexualität und Geschlecht, die mehr kennen und erlauben als das binäre Geschlechtersystem. Als Beispiele werden Hijras (u.a. in Indien) und Kathoey (in Thailand und Laos) in der Ausstellung vorgestellt. Allerdings existieren diese „alternativen“ Geschlechtsmodelle nicht jenseits von Normen oder sind starr und unveränderlich. Vielmehr zeigt sich, dass durch mächtige „westliche“ Einflüsse diese Geschlechtsidentitäten Veränderungen unterworfen waren und sind, z.B. durch Kolonialisierung, Missionierung und aktuell Globalisierung.

Auch „westliche“ Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität, die in Deutschland vorherrschen, haben sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Ein Beispiel ist der Umgang mit gleichgeschlechtlicher Sexualität. So berichten ältere Schwule, wie weder sie noch ihre gleichaltrigen Sexpartner in den 1960er Jahren ihren Sex mit Homosexualität verbanden. Umkehrt heirateten viele homosexuelle Männer  in den 1960er Jahren noch eine Frau, weil das Zusammenleben mit einem Mann nicht denkbar war. Die Vorstellung, dass Sex zwischen Männern bedeutet, die beiden sind „homosexuell“, ist erst 120 Jahre alt. Die Tafel „Hetero- und Homosexualität“ erläutert das weiter.

Da die meisten Frauen Männer begehren und umgekehrt die meisten Männer Frauen, prägt diese Mehrheit die Vorstellungen über Sexualität und Geschlecht. Auch betrifft Trans* oder Inter*geschlechtlichkeit die meisten Menschen nicht persönlich. In der Gesellschaft haben sich so Normen entwickelt, die nur die Perspektive und Interessen der Mehrheit berücksichtigen. Das Ergebnis nennt die Forschung „Heteronormativität“. Um die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen außerhalb von Heteronormativität bewusster zu machen, wurden und werden jetzt neue Begriffe geschaffen. Oft geht das von Menschen aus, die der Heteronormativität nicht entsprechen können oder wollen. Zusammengefasst werden diese Begriffe in der Abkürzung „LSBTIQ*“ (Lesbisch, Schwul, Bi*, Trans*, Inter*, Queer), wobei immer mehr Begriffe wie z.B. „Asexuell“ hinzukommen.

Erstellung der Ausstellung

Initiator und Träger des Projekts „SuGiS: Sexualitäten und Geschlechter im Spiegel“ sowie des Nachfolgeprojekts „SuGiS – on Tour“ ist der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB e.V.). Der VNB ist eine vom Land Niedersachsen anerkannte Landeseinrichtung der Erwachsenenbildung. Er ist in ganz Niedersachsen zusammen mit seinen ca. 200 Mitgliedern bzw. Kooperationspartner*innen in der politischen Bildung tätig. Um die Vielfalt des Themenbereichs abzubilden, arbeitete der VNB e.V. sowohl mit LSBTI*Strukturen als auch mit Interessenvertretungen von Menschen mit Migrationserbe. Einige Kooperationspartner*innen und Mitglieder beteiligten sich auch an dieser Ausstellung. Ihnen sei an dieser Stelle gedankt.

Über uns

Der VNB ist ein zertifizierter Bildungs- und Projektträger mit breitem Angebot. Er unterstützt Menschen, die sich persönlich oder beruflich weiterentwickeln möchten. Der VNB berät ferner Nichtregierungsorganisationen (NRO), ehrenamtliche Initiativen und Vereine. Er ist vom Land Niedersachsen als Landeseinrichtung der Erwachsenenbildung anerkannt. Über 200 Institutionen, Vereine und Initiativen mit einem weit gefächerten Themenspektrum arbeiten mit dem VNB zusammen. Ein Bildungsverbund, der in Niedersachsen einmalig ist. So ist der VNB lokal-regional, aber auch bundesweit und international aktiv.